In seiner Arbeit »Centro« (2017 – 19), die in São Paulo und Berlin entstanden ist, beschäftigt sich Oskar Schmidt mit dem eurozentrischen Blick von Porträtdarstellungen in der westlichen Kunstgeschichte und erschafft einen dekolonialen Vorstellungsraum. Kunstgeschichtliche Vorlagen überführt er mit den Mitteln der Fotografie in einen zeitgenössisch kritischen Diskurs. Seine Bilder zeigen Menschen, denen lange nur die Peripherie der westlichen Kunst vorbehalten war. Fragen nach Identität, nach Macht und Ohnmacht sowie nach kolonialem Erbe stellen sich. Der ausschließlich europäischen Erzählung wird ein anderes Narrativ hinzufügt. Wie auch in seinen bisherigen Arbeiten entstehen hier die Fotografien in analogen Schritten und erst danach überführt er den Prozess ins Digitale. Im Zusammenfügen und aufwendigen digitalen Bearbeiten entstehen dann aus Zwischendaten neue Meta-Bilder.

Oskar Schmidt hat an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (1998-2002) und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (2002-2008) studiert. Er war Meisterschüler bei Timm Rautert. Seine Arbeiten waren u.a. zu sehen im Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen (2021), im Museum of Contemporary Art, Zagreb (2020), bei Daimler Contemporary, Berlin (2018), bei C/O Berlin (2017), dem Fotomuseum Winterthur (2016), dem Center for Creative Photography, Tucson/Arizona (2015) und der Zabludowicz Collection London/New York (2013). Er hat das Kulturaustauschstipendium Global des Landes Berlin für São Paulo (2018), das EHF 2010 Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung (2017/18), den Marion Ermer Preis (2013) und den C/O Berlin Talents Award (2009) erhalten.

www.oskarschmidt.de

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