Wie viele Künstler seiner Generation zeigt sich der Niederländer Marc Bijl in seiner Arbeit beeinflusst durch frühe Erfahrungen in der Graffiti-Szene. Entsprechend provokant artikuliert er sich in Werken wie den von schwarzer Industriefarbe übergossenen Denkmälern und Designklassikern oder der Übersetzung der im Kontext der Pop Art entstandenen LOVE-Grafik in „PORN“, als Ausdruck für die Verwahrlosung des Gefühls in unserer Gegenwart. Bildhafte Zitate von Mondrian, Rothko oder Newman entspringen einem ähnlichen konzeptuellen Ansatz: Die Konfrontation und Zerstörung von Mythos und Utopie. Derartig pointierte Inhalte setzt der Wahlberliner stets in einer Bildsprache um, welche in Silber, Gold, Weiß und Schwarz ausgeführt, ebenso an Ikonen der Kunstgeschichte erinnern wie an Graffiti-Bombings. Momentan verarbeitet der Künstler verputzte Leinwände sowie rostige Oberflächen zu meditativen Farbfeldern oder skulpturalen Konstruktionen und schafft damit neben der strukturellen Vereinigung von derber und zarter Materie die Verbindung von Kunst aus dem musealen und dem öffentlichen Raum.

Marc Bijl studierte Kunst an der Royal Acadamy of Art & Design in Hertogenbosch und an der Rennie Macintosh School of Art in Glasgow. Seine Werke wurden u.a. in der Upstream Gallery in Amsterdam (2014), dem Groninger Museum (2012) und in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel (2009) sowie in New York, Paris und London gezeigt. 2004 erhielt er vom International Studio & Curatorial Program eine Residency in New York sowie 2008 den Theo Wolvekamp Painting Prize.

www.studiomarcbijl.com

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