Die Krull Stiftung freut sich, die drei Stipendiatinnen und Stipendiaten ihres Förderprogramms für Bildende Kunst 2027 bekanntzugeben: Benjamin Hirte, Seyoung Yoon und Julija Zaharijević.
Benjamin Hirte erweitert die klassische Bildhauerei um überraschende materielle und technische Verbindungen. Er arbeitet mit Stein als einem Material, das geologische Alter und kulturelles Gedächtnis in sich trägt. Seine Skulpturen verbinden diese historische Dimension mit technologischen Elementen und entwickeln daraus Objekte, die zugleich vertraut und rätselhaft erscheinen. Besonders überzeugt hat die konzeptionelle Klarheit, mit der er Fragen nach Material, Funktion und Zeitlichkeit in einer eigenständigen skulpturalen Sprache verhandelt.
Seyoung Yoon entwickelt eine vielschichtige malerische Praxis, in der persönliche Erzählungen, Popkultur und Fiktion zu poetischen Bildwelten verschmelzen. Mit großer formaler Freiheit verbindet sie Malerei, Zeichnung und objekthafte Elemente zu Arbeiten, die zugleich spielerisch und gegenwartsbezogen sind. Im Förderjahr wird sie diese Bildsprache in zwei neuen Werkgruppen weiterentwickeln und ihre Auseinandersetzung mit persönlichen und gesellschaftlichen Erzählformen vertiefen.
Julija Zaharijević überzeugt mit einer malerischen Praxis, die politische Gewalt und historische Bildtraditionen mit außergewöhnlicher Präzision zusammenführt. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen visueller Verführung und latenter Bedrohung und untersuchen, wie sich Macht und Gewalt in scheinbar neutralen oder ästhetischen Bildern einschreiben. Für ihr neues Vorhaben möchte sie diese Fragestellungen konsequent weiterentwickeln und ein hochaktuelles politisches Thema in eine eindringliche malerische Sprache überführen.
Aus zahlreichen überzeugenden Bewerbungen hat die Jury drei künstlerische Positionen ausgewählt, deren Vorhaben sie besonders überzeugt haben. Wir gratulieren herzlich und freuen uns darauf, die künstlerischen Projekte im Rahmen des Arbeitsstipendiums zu begleiten und zu fördern.
Eine besondere Erwähnung gilt Fadi Al Hamwi, Olga Monina und Simon Lässig, deren künstlerische Positionen die Jury ebenfalls in besonderem Maße beeindruckt haben.
„Künstlerische Entwicklung braucht vor allem eines: Freiheit. Mit unseren Arbeitsstipendien wollen wir Künstlern den Raum geben, neue Ideen zu verfolgen, ihre Praxis weiterzuentwickeln und dabei auch Risiken einzugehen. Die drei Positionen des Jahrgangs 2027 zeigen auf sehr unterschiedliche Weise, welches Potenzial in diesem Freiraum liegt“, sagt Dr. Fabrizio Micalizzi, Vorstand der Krull Stiftung.
Die diesjährige Jury bestand aus Simone Haack (Künstlerin und Gastprofessorin der UdK), Manaf Halbouni (Künstler), Leonie Herweg (Kuratorische Leitung der Krull Stiftung), Beatrice Hilke (Kuratorin des Haus am Waldsees), Dr. Fabrizio Micalizzi (Vorstand der Krull Stiftung), Alicja Schindler (Journalistin) und Ulrich Weigand (Strategieberater).
Die Krull Stiftung vergibt zwölfmonatige Arbeitsstipendien an bildende Künstler. 1.200 Euro pro Monat ermöglichen den Stipendiaten, sich über ein Jahr hinweg auf ihre künstlerische Arbeit zu konzentrieren, neue Ideen zu entwickeln und besondere Vorhaben umzusetzen.