Heiner Franzen transportiert „Charaktere“: gezeichnete, animierte, in Performances, Installationen und Objekte gesetzte Figuren, die sich mit jeder neuen Umgebung neu konstituieren. Franzens Quelle sind Kino- oder Teenagererlebnisse, sein Motiv ist die „Auflösung der Grenzen von Zeichnung und Film“ so der Kunstkritiker Kolja Reichert. „Es sind zerbrechliche Formen mit schnellem, skizzenhaftem Strich, knapp diesseits der Grenze zur Abstraktion. Köpfe mit einem Auge oder keinem, das Sichtfeld oft mit Flächen verstellt, die aufgeklappten Büchern ähneln oder Virtual-Reality-Brillen. Ein unüberschaubares Repertoire solcher ‚Characters‘ zieht sich durch Franzens Zeichnungen, taucht, teils in Abständen von Jahren, in veränderter Form wieder auf – wie digitale Dateien, die sich in der Übertragung von einem Format ins andere verändern. Jede Zeichnung ist wie ein Einzelbild eines inneren Films, der im Feedback-Loop mit wechselnden Medien fortlaufend mit dem eigenen Umschneiden beschäftigt ist.“

Heiner Franzen studierte an der Hochschule für Kunst in Bremen und an der Hochschule der Künste in Berlin (UdK). Das Haus am Lützowplatz widmete ihm jüngst eine viel beachtete Personalausstellung (2018). Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Sie sind Teil nationaler und internationaler Sammlungen, wie dem n. b. k., der Berlinischen Galerie oder der West LB Collection und Pall Mall Capital Ltd. In London.

www.heinerfranzen.de

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