Der Bildhauer Matthäus Thoma arbeitet an großformatigen Skulpturen und ortspezifischen Installationen, die er aus rohen Balken, Leisten und Brettern fertigt. Die in Skizzen und Modellen entwickelten Gebilde aus Holz werden erst vor Ort realisiert – und nach Abschluss der Ausstellung wieder zerlegt. Während seine Skulpturen meist kompakte Formen und Körper markieren, winden sich die fragilen Installationen scheinbar unkontrolliert durch den Raum. Die offene Struktur der filigranen Arbeiten und ihre bisweilen raumgreifende Dimension animieren den Betrachter zum fortwährenden Perspektivwechsel und lassen ihn Innen und Außen, Ruhe und Bewegung sowie die Beziehung zwischen Werk und Raum immer wieder neu erfahren. Stephan Berg resümiert: „Mit ihrem scheinbaren Versprechen, doch irgendwie nach einer nachvollziehbaren Logik (nämlich der der Architektur) zu funktionieren, locken sie den Betrachter hinein in ihren aus Latten und Brettern gezimmerten Strudel, der dann seine ganz eigene labyrinthische Wirklichkeit behauptet.“ (Berg, Stephan: „Vom Glück, nicht stehen zu bleiben“. In: Einbruch. München: E.ON Energie AG, 2006).
Das Stipendium will Thoma nutzen, um die farbliche Gestaltung seiner Skulpturen zu erproben.
Der 1961 in München geborene Matthäus Thoma hat von 1992 bis 1998 an der Hochschule der Künste in Berlin bei Professor Marwan Kassab-Bachi studiert. Seine Arbeiten waren national und international in zahlreichen Ausstellungen zu sehen (u.a. „Sculpture Means Diversity“, Galleria Glance, Turin, 2011; „Skittle Alley“, Bellevuesaal Wiesbaden, 2009; „Die Macht des Dinglichen“, Georg-Kolbe-Museum Berlin, 2007). Thoma hat Arbeitsstipendien der Stiftung Kunstfonds (2002), der Konrad-Adenauer-Stiftung (2007) und des Berliner Senats (2008) erhalten.