Sven Johnes Arbeiten finden ihren Ausgangspunkt in den politischen und sozialen Umbrüchen der jüngsten deutschen und europäischen Geschichte. Über die bloße Bestandsaufnahme hinaus, schreibt er seinen Fotografien, Bild-Text-Arbeiten und Videos den Wunsch nach Kommentar, Kritik und Veränderung ein. In dem Bewusstsein, dass es in der medialen Gesellschaft des permanenten Spektakels neuer Formen der Artikulation bedarf, als die einer distanzierten Perspektive, lässt er die Grenzen von Dokument und Fiktion auf ironische, wenn nicht sarkastische Weise verwischen.

So fokussiert etwa Johnes jüngste Videoarbeit „Lieber Wladimir Putin“ (2017) das Streben nach regionaler Abspaltung. Vor allem im Osten Deutschlands fühlen sich immer mehr Menschen unverstanden, abgehängt und nicht mehr adäquat von der Bundesregierung repräsentiert. Einer von ihnen richtet seine Sorgen und Wünsche an den Vertrauten seiner Wahl: Wladimir Putin. Der Monolog gleicht einer Beichte, die uns gleichermaßen auffordert, eigene politische Standpunkte zu hinterfragen.

Nachdem er bereits Journalismus und Germanistik studiert hatte, schloss Sven Johne sein Studium der Fotografie an der HGB Leipzig als Meisterschüler von Timm Raunert ab. Künstlerresidenzen, Austauschprogramme und zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen führten ihn bereits um die gesamte Welt. Allein im Jahr 2016 wurde sein vielfach ausgezeichnetes Schaffen neben zahlreichen deutschen Galerien, Kunstvereinen und Museen wie der Münchner Pinakothek u.a. in Japan, Russland, Österreich, Luxemburg und Polen gezeigt.

www.svenjohne.de

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