Unter Spannung: Der Mensch ist stets an gesellschaftliche Prägungen und Zwänge gebunden. Ihrer Vorstellung von der systemischen Gefangenschaft des Körpers, verleiht Ya-Wen Fu mit Performances künstlerischen Ausdruck, die sie selbst als „animierte Plastiken“ bezeichnet.

In ihren Arbeiten präsentiert sie sich als reales Individuum im Ausstellungsraum. Statt sich dem Publikum vollkommen auszuliefern und die eigene Verletzlichkeit bloßzulegen, verbirgt sich die Künstlerin hinter schützenden und zugleich stützenden Konstruktionen, die als Erweiterungen des menschlichen Körpers fungieren. Doch handelt es sich bei den Apparaturen um Rüstungen, die Unheil abwenden, oder vielmehr um Käfige der Unterdrückung?

Das Verhältnis von Körper und Raum bildet Ya-Wen Fus Arbeitsschwerpunkt. Dabei dient die physische Präsenz im Raum als Verortung innerhalb abstrakter Konzepte wie dem Raum, in dem Menschen fühlen und handeln. Anhand dessen werden kritische Analysen des Individuums möglich und Fragen nach der Abgrenzung zu seiner Umgebung gestellt.

Ya-Wen Fu (*1980) studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war hier Meisterschülerin in der Fachklasse für Medienkunst. Ihre Arbeiten waren im Tainan Art Museum II, Taiwan (2019), im Kaohsiung Museum of Fine Arts Taiwan (2019), in der HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden (2018), in der ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (2018), in der Kunsthalle Exnergasse (KEX) WUK/Wien. (2017), und im Museum LABoral Centro de Arte y Creación Industrial Gijón (2014) zu sehen. 2018 gewann sie den Kunstpreis „A-i-R CYNETART 2018“. Ihre Arbeit wurde durch ein Artist in Residence Stipendium der Kunstministerin (2019), durch ein Artist in Residence Stipendium vom Nationalmuseum für moderne und zeitgenössische Kunst Seoul (2016) und die Nationale Stiftung für Kultur und Kunst (NCAF) (2019) gefördert.

http://bearfuinberlin.com/

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